Wie alles begann
Wie so viele andere Jungen damals habe auch ich mich Anfang der 70er Jahre mit dem Carrera Universal Virus infiziert. Allerdings wurde mir diese Ehre vielleicht ein bisschen schmerzhafter als normalerweise zuteil. Traditionell wurden die Weihnachtstage damals im Kreis der ganzen Familie gefeiert – und da meine Mutter noch 8 Geschwister hat, waren neben meinen Eltern auch immer meine zahlreichen Onkel vor Ort. Alle meine Weihnachtsgeschenke wurden grundsätzlich einige Tage vor Heiligabend in diesem erlauchten Kreis „getestet“, selbstverständlich ohne mich. So musste ich mir also tagelang aus einem für mich gesperrten Zimmer die Schreie meiner Onkel und meines Vaters anhören, die offensichtlich mit der Rennbahn einen Heidenspaß hatten. Für mich wurde es dann erst nach der Bescherung lustig – ob wir an den Weihnachtstagen überhaupt geschlafen haben, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall war das die Geburtsstunde meiner Carrera-Verrücktheit, an der sich bis heute nichts geändert hat.
In meiner Kindheit wurde die Carrera Bahn zuletzt 1978 im Hobbyraum meines Elternhauses aufgebaut, auch damals war bereits eine intensive „Schmirgelei“ notwendig, um den Stromdurchfluss einigermaßen stabil zu gewährleisten. Trotz vieler heißer und spannender Rennen war bereits nach einer Woche Ende und die Bahn wurde in einigen Kartons untergebracht, wo sie eine lange Zeit schlummern sollte. Aber seit diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich sie wieder aufbauen würde, wenn ausreichend Platz und Zeit zur Verfügung stünde.
Tja … im September 2010 war es dann endlich soweit: Meine Traumfrau und ich bezogen unser neues Haus und mir steht seitdem ein ausreichend großer und exklusiver Raum als Rennbahnzimmer zur Verfügung. Dem Ordnungssinn meiner Mutter sei Dank: Bis auf die Leitplanken und die Bahnklammern fanden sich alle Teile der Carrera Bahn und dem Wiederaufleben meines Hobbys stand und steht nichts mehr im Weg.